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Kolumne vom 23.04.2010: 25 Jahre Hamburg-Marathon: Stark gedämpfte Jubiläumsstimmung - Vorschau und Zwischenruf

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Info

Das Team um den Möbel Kraft Marathon bemühte sich auf der gestrigen Pressekonferenz, den Hamburg- Marathon zu seiner Jubiläumsausgabe am Sonntag in leuchtenden Farben darzustellen. Das ist eine der Aufgaben einer Veranstalteragentur, zumal wenn die Sponsoren (Möbel Kraft und asics) danebensitzen. Gelingen wollte das nicht wirklich. Dass der Marathon immer noch eines der bedeutendsten Hamburger Sportereignisse ist, steht zwar außer Frage, und hängt auch nicht davon ab, ob am Sonntag 12000 oder 16000 Läufer ins Ziel kommen und auch nicht davon, ob der Sieger eine 2:06 oder 2:11 läuft. Der eine oder andere Läufer- "Veteran" wünscht sich sogar die Zeiten vor dem Jahr 1999 zurück, als weniger als 10000 mitliefen, kein Gedränge auf den ersten 5 km herrschte und Siegerzeiten unter 2:10 die Ausnahme waren und auch nicht in Kenya eingekauft wurden. Trotzdem fieberte damals ganz Hamburg mit. Nun hat der Marathon aber in den letzten 10 Jahren versucht, sich in die internationale Liga hochzumanövrieren, mehr schlecht als recht, als ewige Nummer zwei hinter Berlin, dafür aber mit großen Kosten, Aufwänden und Risiken. Und mit der Wirtschaftskrise geriet das ganze System Anfang 2009 ins Wanken und wankt immer noch: entgegen dem Optimismus des Veranstalters Act Agency im letzten Herbst, damals noch durch den erkrankten Frank Mackerodt vertreten, bröckelten noch vor dem Winter 2009/2010 die Anmeldezahlen erneut weg und Geld für ein internationales A- Starterfeld fehlt schon wieder (was den Marathon sein prestigeträchtiges IAAF Label kostete). 2010 ist außer Wilfried Kigen und Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) kein wirklich bekannter Name dabei. Die Finisherzahlen werden voraussichtlich noch unter denen des Krisenjahres 2009 liegen. Die kleinen Sparmaßnahmen (Zusammenstreichen der Nudelparty, Extragebühr für spätes Abholen der Startunterlagen usw.) sind unübersehbar und sorgen für Verärgerung. Die Marathonmesse (mit einigen Ausstellern weniger) ist in den abgelegenen Hansahafen umgezogen - was Act-Geschäftsführer Matthias Neumann auf der Pressekonferenz denn auch nicht mehr im Sinne der Hamburger Stadtentwicklung als "Sprung über die Elbe" deklarierte, sondern nur noch als "Test" - der, je nach Ergebnis, durchaus zur Disposition steht. In der Szene spekuliert man, ob die Messehallen am Dammtor bloß zu teuer waren. Auf jeden Fall werde der Marathon nicht mehr größer, so Neumann, und es sei auch nicht selbstverständlich, ihn überhaupt erstmal zu sichern.Die gute Nachricht bei all dem ist: der Marathon findet statt - und das, wofür er in den letzten 25 Jahren geliebt wurde, wird immer noch da sein: nämlich die Hamburger an der Reeperbahn, am Jungfernstieg, in Ohlsdorf, Eppendorf etc., die eine Riesenparty daraus machen, ihre Läufer in Richtung Ziel zu treiben. Man kann nur hoffen, dass der Veranstalter dieses Geschenk der Hamburger pfleglich behandelt - ganz umsonst gibt's das nämlich nicht. Neben dem unberechenbaren Zufallsfaktor "Wetter" (soll am 25.4. sehr zuschauerfreundlich werden) ist dafür auch ein bisschen mehr Kontakt zu den ortsansässigen Läufern wünschenswert (um deretwillen letztendlich das Publikum an der Straße steht), und zwar nicht nur in Form der reinen Geschäftsabwicklung. Kein Hamburger "local hero" saß gestern auf der Pressekonferenz aiuf dem Podium, Hamburger Meisterschaften oder Betriebssportmeisterschaften spielten keine Rolle. Kein Leichtathletik-Verbandsvertreter saß mit am Tisch - obwohl der Marathon ja bekanntermaßen eine Fünf- Jahres- "Leihgabe" (gegen Lizenzgebühren) an Act ist. Und von einigen HLV- Funktionären ist zu hören, dass die Kommunikation in der Vorlaufphase besser sein könnte. Immerhin nahm Matthias Neumann die Anregung auf, die schnellsten Hamburger bei der nächsten Pressekonferenz mit einzuladen. Und eine symbolische Watsche gibt es von der Hamburger Politik: 2008 gab noch Ole von Beust den Startschuss (genauer: das "Anglasen"), 2009 die Sportsenatorin - und 2010, pardon, "nur noch" Staatsrat Nikolas Hill. Gunnar George (Möbel Kraft) bedauerte ausdrücklich die Abwesenheit des Bürgermeisters: "Ich hätte mich über die Senatorin oder den Bürgermeister gefreut und appelliere an die Politik, sich für den Sport zu engagieren."

So saß als einziger anwesender Läufer gestern Favorit Wilfried Kigen mit am Podium. Fast wäre auch das schiefgegangen, denn "aschebedingt" musste er mit der Bahn von Amsterdam aus anreisen: "It was a tough journey" (und kostete ihn einen Trainingstag). Der 35jährige Kenianer mit einer Marathon-Bestzeit von 2:07:33 kennt Hamburg bereits gut (im Anschluss lief er eine lockere Runde um die Außenalster) - er tritt zum sechsten Mal an - und hofft nun endlich auf einen Gesamtsieg - und eine sub 2:08- Zeit. Damit wäre er einsame Spitze, denn die anderen 15 geladenen Läufer haben allesamt Bestzeiten von 2:10 bis 2:23 und sind damit natürlich keine internationale Spitze mehr. Unter ihnen auch Martin Beckmann als einziger geladener Deutscher. Deutsche Marathon- Spitzenläufern zu gewinnen, ist ohnehin ein Problem, stellte Renndirektor Wolfram Götz fest: "Von denen gibt es zur Zeit zwei. Der eine ist verletzt, der andere läuft in Hamburg". Gemeint waren natürlich Falk Cierpinski und Beckmann. Und hinter den beiden kommt in Deutschland ein "Loch" im Bereich von 2:15 bis 2:30. Gunnar George, selbst einmal aktiver Berliner Leichtathlet, stellte nur nüchtern fest, dass man als deutscher, weißer Läufer nicht vom Laufen leben könne. Zu teuer sei es für die meisten, ein paar Monate zum Wintertraining nach Kenia zu gehen wie früher Dieter Baumann. asics Manager Matthias Kohls: Die meisten Leichtathletikvereine können einem 2:15-2:30 Läufer keine 5-600 Euro Grundsicherung im Monat mehr bieten. Auch Beckmann und Cierpinski seien eigentlich "nur" Halbprofis. Und ganz allgemein würden die Felder vorne im sub 3 Bereich dünner, setzte Wolfram Götz noch einen drauf: die vorne entstandene Lücke sei eine allgemeine Entwicklung und daher kaum zu beeinflussen. Vor 20 Jahren gab es (in der absoluten Zahl) mehr sub 3 Finisher als heute, und das bei einer Teilnehmerzahl, die nicht einmal halb so groß war.

Fast nahtlos knüpfen am unteren Ende der eingeladenen Eliteläufer (Frauen-PB: 3:00:01, Männer: 2:23:51) die Hamburger Favoriten an:
Daniela Jakobler (LG Wedel Pinneberg) lief beim Paderborner Osterlauf 2010 eine 1:22:15 und dürfte theoretisch die sub 3 beim Marathon draufhaben. Janna Hinz (TH Eilbeck) lief 1:25:08 beim Berliner Halbmarathon und Manuela Sporleder (TuS Germania Schnelsen) gewann zum dritten Mal den Sylt-Lauf. Eine sehr- sehr- Geheimfavoritin ist Michaela Siebert vom Hamburger Sportclub. Die Wenigstarterin lief beim Berlin-Marathon 2008 eine 2:59:57 und will diesmal wieder auf drei Stunden angehen. Im Trainingslager im März war sie jedenfalls in Top-Form.
Bei den Männern ist Jon-Paul Hendriksen (TH Eilbeck) Top-Favorit - diesmal noch vor Titelverteidiger Mourad Bekakcha (HSV) und Jan-Oliver Hämmerling (TSG Bergedorf), Hamburger Meister 2008. Eine Zeit von unter 2:30, bei den Hamburger Meisterschaften ein selten gewordenes Ereignis, rückt in greifbare Nähe.
Übrigens: Steffen Benecke (TSG Bergedorf) blieb konsequent. Nach seinem gelungenen Crosslauf- Comeback im Januar war spekuliert worden, ob der 10fache Hamburger Marathonmeister und Halter des Landesrekords (2:17) es doch noch einmal versuchen will. Er ist jedoch nicht gemeldet.

Wir sehen uns am Sonntag an der Startlinie!


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