Laufen in Hamburg
Norddeutsche Hallenmeisterschaften, Neue Leichtathletikhalle Hamburg Alsterdorf, 2. und 3. Februar 2008, 1. Tag.
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Kolumne vom 26.04.2010: Hamburg-Marathon, Teil 2: Glanz und Gloria fehlen - der kollektive Jedermann- Rausch wird bleiben

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Info Kalender1 Veranstaltungen

Hamburgs Marathon-Party funktioniert. Etliches ist bei der Veranstaltung in Schieflage geraten, das meiste davon lässt sich mit Geldmangel begründen. Aber es gibt ja bekanntermaßen Dinge, die man nicht für Geld kaufen kann, und die funktionierten gestern bei der Jubiläumsausgabe des Hamburg- Marathons. Wieder einmal. Frühsommerliches Wetter (es reichte, um als Läufer einen kleinen Sonnenbrand zu bekommen) lockte hunderttausende Hamburger an die Strecke, um die 14200 Finisher anzufeuern. Das waren dann doch noch 250 mehr als im "Krisenjahr" 2009 geworden. Der Stand der Jahre 2001-2008 ist zwar weiterhin außer Sichtweite, und der eine oder andere merkte wohl an der etwas weniger überfüllten U-Bahn oder der etwas schnelleren Überquerung der Startlinie, dass nicht ganz so viel los war wie in den Hochzeiten. Der große Gesamteindruck stimmte aber. Es hätte ja theoretisch sein können, dass sich die Hamburger enttäuscht von ihrem Marathon abwenden. Sie taten es nicht: Überall dort, wo man es als Läufer erwartete, standen die Zuschauermassen (Zahlen von 800000 und 850000 werden genannt) dichtgedrängt - mit Höhepunkten am Fischmarkt, Jungfernstieg, Eppendorf und im Ziel am Heiligengeistfeld. Zumindest in dieser Hinsicht spielt Hamburg weiterhin in der ersten internationalen Liga mit, und deswegen kommen die Läufer hierher (nur etwa 3000-4000 der ca. 15000 Starter sind aus Hamburg). "Wir haben mit dem Marathon schon zum 25. Mal eine großartige Veranstaltung in Hamburg. Wenn man sieht, mit welcher Begeisterung die Läufer starten, weiß man auch, welchen Werbewert das Ereignis für die Stadt Hamburg hat“, so Dr. Nikolas Hill, Staatsrat der Behörde für Kultur, Sport und Medien, der das Rennen "anglaste". Er weiß es, die Läufer wissen es, die Zuschauer wissen es, und dass sich von der ersten Reihe der Politik niemand blicken ließ, wird irgendwo hängenbleiben. Ein Werbewert übrigens, der seit 25 Jahren anhält und auch mit "nur" 10000 Teilnehmern und ohne eingekaufte Spitzenläufer funktioniert hat. Auch wenn Sieger Wilfried Kigen gestern eine Weltklassezeit gelaufen wäre, wäre der Gänsehautfaktor für die Teilnehmer nicht höher gewesen. Vielleicht der Werbewert für Möbel Kraft, durch mehr nationale und internationale Berichterstattung. Und ganz sicher das finanzielle Risiko für den Veranstalter. Und das wird letztendlich auf die Teilnehmer abgewälzt, in Form von höheren Startgebühren und Sparmaßnahmen. Vor langen Jahren sagte Ex-Renndirektor Wolfgang Kucklick zu dem Thema einmal (sinngemäß): "Ein japanischer Marathon-Renndirektor hatte einem Topläufer eine Riesensumme für seine Zusage geboten. Das Geld wurde gezahlt, der Läufer startete nicht. Der Renndirektor erschoss sich. Ich erschieße mich nicht!" Und setzte 10 Jahre auf das "Jedermann-Prinzip".Und wie geht's nun weiter, Marathon?
Was den neuen Ort der Messe betrifft, an der sich der Unmut der Jedermänner entzündet hat, hat Matthias Neumann (Act Agency) bereits am Donnerstag mögliches Einlenken signalisiert. Auch für Wachstum mit "höher, schneller, weiter" sieht er keinen Platz mehr. Und Renndirektor Wolfram Götz hat wiederholt betont, dass zwar am Drumherum gespart wird, aber nicht am Rennen für die Jedermänner selbst. Zuletzt war im September war eine Stimme nach "mehr" zu hören - vom derzeit erkrankten Act-Chef Frank Mackerodt. Ansonsten stehen seit einem halben Jahr die Zeichen auf "Bremsen". Die Dosis für den Marathon- Rausch wird jedenfalls nicht mehr erhöht werden.
Beim Hamburger Leichtathletikverband sieht man noch die Gefahr, dass sogar die Jedermann- Basis aus demografischen Gründen wegbrechen könnte: der große Teil der Läufer (aus den geburtenstarken Jahrgängen) wird irgendwann überaltern - und aufhören. Tatsächlich kann man bei Volksläufen beobachten, dass vor 10 Jahren die 30-40jährigen die stärkste Gruppe waren und jetzt die 40-50jährigen. Es sind nämlich dieselben Personen... Aber auch das würde der Marathon überstehen: Die niedrigste Finisherzahl der letzten 25 Jahre lag bei 6400 Finishern (1987). Immer noch eine solide Basis, die es in dieser Konstanz beim Triathlon noch nicht nicht gibt und beim wettkampforientierten Inline- Skaten nicht gab. Man kann wohl davon ausgehen, dass das ausreicht, um auch in 15 Jahren noch genug Teilnehmer für eine Hamburger "Marathon-Party" dabei zu haben. Für die große internationale Show wird das nicht reichen, und für einen gewinnorientierten Veranstalter womöglich auch nicht. Aber der Hamburger Leichtathletikverband hat es in zwei Jahren (dann läuft der Vertrag mit Act Agency aus) in der Hand, das Ruder selbst wieder in die Hand zu nehmen und das ganze wieder gemeinnützig zu betreiben - und für den sportlichen Nachwuchs zu sorgen.
Also, auf die nächsten 25 Jahre!


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